Projekttage 2022


Jeden Tag sterben über 100 Tierarten aus

Das Konzept Zoo – Artenschutz oder Tierquälerei?

Ein Erfahrungsbericht

Im Zuge unseres Projekts „Artenschutz“, geleitet von Herrn Christoph Busche, starteten wir am Mittwochmorgen im Bioraum mit einer generellen Information zum Thema Artenschutz. Neben den Fragen, warum Artenschutz überhaupt wichtig ist und wie wir selbst dazu beitragen können, fragten wir uns schnell, ob und wie die lokalen Zoos zur Erhaltung der Biodiversität beitragen. Während ein Teil von uns sich beispielsweise mit der „Roten Liste“ beschäftigte, auf der alle Tier- und Pflanzenarten mit ihrem Bedrohungsstatus verzeichnet sind, hat sich eine kleine Gruppe mit dem Thema Zoo auseinandergesetzt, nicht nur in Bezug auf Artenschutz, sondern auch auf das Wohl der Tiere. Zoos standen in den letzten Jahren immer öfter in der Kritik, da viele der Ansicht sind, dass die dort herrschenden Verhältnisse für die Tiere oftmals nicht artgerecht sind.

Um uns davon selbst ein Bild zu machen, fuhren wir am Donnerstag in den „Grünen Zoo Wuppertal“.
Zu Beginn unserer Exkursion nahmen wir an einer Informationsveranstaltung vor Ort Teil. Dabei vertieften wir unser bereits erworbenes Wissen über Artenschutz und diskutierten offen über die Frage, inwiefern die aktuelle Haltung von Tieren dort für uns vertretbar ist. Nach einer kurzen Führung durch kleine Teile des zoologischen Gartens, durften wir uns selbst ein Bild der Lage machen. Dabei waren wir teilweise schockiert, wie wenig Platz einigen Tierarten hier zur Verfügung stand. Besonders schlimm trifft es Arten wie Robben oder Pinguine. Auch im Menschenaffenhaus, Tiere die uns so ähnlich sind, war der Freiraum erschreckend gering. Den großen afrikanischen Elefanten, die normalerweise über 100 km am Tag zurücklegen, stand neben einer kleinen Halle, ein nicht ausreichender Außenbereich zur Verfügung. Ein Großteil der dort gehaltenen Tiere lebt in einer anderen Klimazone, doch nur für einige Tiere wurde diese auch nachgestellt. Egal, ob sie normalerweise an den Polen oder in der Nähe des Äquators, in Savannen oder im Regenwald leben, hier wurden sie dem mitteleuropäischen Klima Wuppertals ausgesetzt.

Doch trotz aller Kritik ist uns bereits bei unserer Recherche ein Wandel der Einstellung von Zoos in Richtung Tierwohl aufgefallen. Der zoologische Garten in Wuppertal hat über die letzten Jahre zum Beispiel die Haltung von Eisbären abgeschafft und plant auch die Orang-Utan Haltung auslaufen zu lassen. Doch so etwas passiert nicht über Nacht, da man die Tiere nicht einfach abgeben will, sondern ein besseres Zuhause für sie sucht. Deshalb beherbergt der Zoo zu diesem Zeitpunkt noch zwei alte Orang-Utan-Weibchen, die dort in ihrer gewohnten Umgebung ihre letzten Tage verbringen. Neue Projekte wie die fortschrittliche Ara Voliere „Aralandia“ unterstreichen den angestrebten Umschwung in der Tierhaltung. Nicht nur in der Vogelhaltung, sondern auch in der Nachhaltigkeit ist diese Anlage ein Paradebeispiel. Hier stehen die Erforschung der Aras und der Fortschritt im Vordergrund. Viele der in Wuppertal gehaltenen Arten werden von der Roten Liste als stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht eingestuft. Der Zoo trägt dazu bei diese einzigartigen Lebewesen auf unserer Erde zu erhalten, auch wenn dies nicht in ihrem natürlichen Lebensraum geschieht. Doch nur in den wenigsten Fällen werden in Gefangenschaft gehaltene Tiere wieder ausgewildert, da dies oftmals nur schwer möglich ist. Um dies zu vereinfachen will der Zoo Wuppertal die „On-hand“ Haltung, also den Kontakt zu Pflegern, weitestgehend minimieren. einzige Möglichkeit zur Erhaltung der Biodiversität unseres Planeten beizutragen. Man sollte am Ursprung des Problems ansetzten und die Lebensräume bedrohter Arten schützen. Jeder von uns kann und sollte seinen Beitrag zur Erhaltung der Natur leisten! All dies sind erste Schritte in die richtige Richtung, doch es muss noch viel getan werden. Unserer Meinung nach sollte Bildung und Aufklärung in Zoos weiter in den Vordergrund rücken. Es sollte Anpassungen in der Definition von artgerechter Haltung geben und ein stärkerer Fokus auf der Auswilderung gefährdeter Arten liegen. Allerdings ist die Weiterentwicklung von Zoos nicht die einzige Möglichkeit zur Erhaltung der Biodiversität unseres Planeten beizutragen. Man sollte am Ursprung des Problems ansetzten und die Lebensräume bedrohter Arten schützen. Jeder von uns kann und sollte seinen Beitrag zur Erhaltung der Natur leisten!

Simon, Lukas und Finja (Q2)

Elephant Papagei Tiger