Projekttage 2022


Gymnasium Letmathe - Schule der Zukunft wie Schule in der Zukunft aussehen könnte

„Valerie, warte auf mich!“ Valerie drehte sich um. Ein Stück weiter unten auf der steil ansteigenden Straße zur Schule winkte ihr eine Person zu. Es war Kia, Valeries Nachbarin. Außer Atem holte Kia zu ihr auf. „Mensch, ich hab dir doch gesagt, dass du am Park auf mich warten sollst.“ Kia schien genervt. „Sorry. Ich hab’s vergessen.“ „Ist jetzt auch egal. Aber hast du schon gehört, dass Elma3_0_2000 gestern plötzlich mitten im Unterricht einen Akkuausfall hatte? Die mussten dann einen echten Lehrer kommen lassen, der den Unterricht weiterführt.“ Valerie war verwirrt: „Ich dachte, diese Akkus könnten nicht so schnell leer werden. Ansonsten würden Roboter als Lehrer doch keinen Sinn machen.“ „Ja, aber irgendwas war wohl kaputt. Allerdings wurde der Schaden wohl schon beseitigt. Also kann Elma euch dann heute wieder normal unterrichten.“ „Na super. Ich hatte gehofft sie heute nicht ertragen zu müssen. Diese alten Modelle wie sie haben wirklich gar keine Emotionen. Kein bisschen!“

Im dritten Stock verabschiedeten Kia und Valerie sich. Kia wurde hier unterrichtet, da sie eine Schullaufbahn im Bereich Wirtschaft eingeschlagen hatte. Valerie musste noch zwei Stockwerke weiter in den fünften Stock. Dort waren die Unterrichtsräume für die Technologie-Kurse. An ihrem Klassenraum angekommen, wurde sie gescannt. Als die Tür sie erkannte, sprang sie mit einem Klack auf und fiel hinter ihr wieder ins Schloss. Valerie ging an ihren Platz und schaltete den Bildschirm in der Tischplatte ein. Ein leises Surren ertönte und das Gerät schaltete sich an. Da ging die Tür erneut auf und eine Person betrat den Raum. Die Silhouette war humanoid, aber das war kein Mensch, sondern ein Roboter. Um genau zu sein war dies Elma3_0_2000. Elma warf einen emotionslosen Blick auf die Klasse. „Findet euch in Zweiergruppen zusammen und bearbeitet folgende Aufgabe…“ Auf Valeries Bildschirm erschien eine Aufgabe und der Name der Person, mit der sie zusammenarbeiten musste. Flynn. Zum Glück. Ihre anderen Mitschüler hielt Valerie aufgrund ihres Intelligenzlevels nicht für geeignete Partner. Auf einmal ertönte ein Rattern und die Tische stellten sich neu zusammen. Als sie diesen Mechanismus das erste Mal gesehen hatte, war es ihr seltsam vorgekommen. Jetzt verzog sie keine Miene, als Flynn mitsamt Tisch und Stuhl von der Seite auf sie zukam, und dabei so tat, als säße er in einem Rennauto. „Und, schon eine Idee für die Lösung?“. So war Flynn halt, immer sofort beim Thema. Aber Valerie hatte noch nicht mal den Ansatz einer Idee, wie sie die Frage beantworten sollte: Wie funktionieren Hologramme? Also die substanzlosen Bildschirme, die einfach nur aus bunter Luft zu bestehen schienen. Das konnte ja eine lustige Unterrichtsstunde werden.

In der Pause ging Valerie zu ihrem Spind und holte ihr Frühstück heraus. Daraufhin begab sie sich in den Pausenraum. Laut ihrer Tante hatte es früher einen Schulhof gegeben, damit die Schüler in der Pause nach draußen gehen konnten. Aber den gab es nicht mehr. In dem Moment, als sie die Tür öffnete, wurde sie von einer Welle von Lärm getroffen, die sie fast umwarf. Vorsichtig bewegte Valerie sich durch einen Dschungel aus Tischen, Stühlen und Schultaschen, bis sie an der Sitzecke ganz hinten im Raum ankam. Dort saßen bereits Flynn, ihr Bruder Alan und Rachel, die sie aus Chemie kannte. Sie setzte sich zu den dreien. „Und, habt ihr heute Nachmittag schon was vor?“ Die Frage stammte von Rachel, die sich es mit einem Salatbrötchen auf einem Sessel gemütlich gemacht hatte. Wie jeder andere auf dem Planeten, aß Rachel kein Fleisch. Das war gegen die Vorschriften. „Nope, geht nicht.“, meinte Alan: „Meine Mom hat mir gerade eine Nachricht geschickt, als sie meine Unterrichtsergebnisse gesehen hat. Sie ist enttäuscht und deshalb muss ich heute lernen.“ Flynn verzog das Gesicht: „Meine Eltern machen da nicht so einen Druck.“ Alan starrte ihn überrascht an, woraufhin Flynn meinte: „Guck doch nicht so. Ich weiß, es ist sozusagen gegen das Gesetz, weil man ohne ein gewisses Maß an Bildung, wohl kein Leben hat. Aber ganz ehrlich… das ist schon irgendwie übertrieben.“ „Ja du hast Recht, es ist übertrieben. So ist es halt hier, entweder wir finden uns damit ab und befolgen alle Regeln oder es wird Konsequenzen geben.“, schloss Valerie das Thema ab. „Nun zurück zu deiner Frage, Rachel: Ich habe heute Nachmittag nichts vor.“ „Ich auch nicht.“, meldete Flynn. „Okay, dann um vier im Park?“ „Ja!“

Nena Henning (8a)
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