Projekttage 2022


New Work ist auch in der Schule möglich

New Work liegt im Trend, war vor den Lockdowns aufgrund Corona-Pandemie und ist auch jetzt das Top-Thema in den Führungsetagen von Unternehmen, wenn über zeitgemäße Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung geredet wird. Die ursprüngliche Idee von New Work stammt aus Mitte der 1970er-Jahre von dem Sozialphilosophen Frithjof Bergmann. Sein Konzept beruht auf den drei Säulen Selbstständigkeit, Freiheit sowie Teilhabe an der Gemeinschaft. Oft wird der Eindruck erweckt, dass ein Tischkicker im Flur, hippe Büroeinrichtung und Homeoffice schon dafür sorgen, dass ein Unternehmen New Work umsetzt. Doch das Konzept beinhaltet viel mehr als das, nämlich: • Flexibilität: Angebote wie Remote Work, flexible Arbeitsplätze und Kinderbetreuung ermöglichen effektives und situationsgebundenes Arbeiten. • Flache Hierarchien: Statt mehrstufigen Führungsebenen gibt es eine moderne, demokratische Führungskultur mit kurzen Entscheidungswegen und viel Eigenverantwortung für den Mitarbeiter. • Agilität: Strukturen und Prozesse sind so gestaltet, dass leicht und schnell auf unvorhergesehene Anforderungen reagiert werden kann. • Digitalisierung: Digitalisierte Prozesse ermöglichen effizientes, transparentes und teamübergreifendes Arbeiten. • Individualität: Mitarbeiter legen Leistungs- und Lernziele selbstständig fest und werden in die Strategieentwicklung eingebunden. • Neue Bürokonzepte: Moderne, flexible Arbeitsumgebungen fördern die Kreativität. In der Theorie schaffen die New-Work-Konzepte eine Arbeitswelt, in der sich Menschen frei entfalten, ihre Fähigkeiten maximal einsetzen und selbstständig handeln können. In der Diskussion um New Work wird immer behauptet, dass es nicht überall umsetzbar ist. Nach einer Einarbeitung ins Thema hat die Projektgruppe „New Work - Auch in der Schule!?“ in einer eintägigen Zukunftswerkstatt eine Umsetzungsvision für die Schule entwickelt. Das Fazit: Eine Reihe von Maßnahmen ist mit einem geringen finanziellen oder organisatorischen Aufwand umsetzbar. Die Kosten im Bereich Digitalisierung und Gestaltung von Räumen in der und auf dem Gelände rund um die Schule erfordern die Bereitschaft des Staates, erheblich zu investieren. Das erscheint in der aktuellen Situation schwer vorstellbar, weshalb die Schülerinnen und Schüler mit New Work wohl wirklich erst in der Ausbildung oder bei Praktika in Berührung kommen werden. „Dabei zeigt unser erstes Brainstorming, dass bei einer Schule, die im Sinne von New Work gestaltet ist, ganz andere Möglichkeiten des Lernens und des Miteinanders geschaffen würden, die Motivation und Anreiz zum Lernen definitiv steigern würden“, fasst die Projektgruppe das Ergebnis ihrer Arbeit zusammen.
Herr Dr. Terbach